Unser neuer Projektleiter: Stijn Depoorter stellt sich vor

Obwohl ich schon in den 00er-Jahren ein einfa- ches Coming-out hatte, brauchte ich doch noch einige Jahre, um alle Queerness in mir selbst und die ganze LGBTIQ-Community mit ihrer bunten Verschiedenheit zu akzeptieren: Verschiedenheit in Generationen, in Beziehungsformen, in Persön- lichkeiten, in Körperlichkeit...

Obwohl ich schon in den 00er-Jahren ein einfaches Coming-out hatte, brauchte ich doch noch einige Jahre, um alle Queerness in mir selbst und die ganze LGBTIQ-Community mit ihrer bunten Verschiedenheit zu akzeptieren: Verschiedenheit in Generationen, in Beziehungsformen, in Persönlichkeiten, in Körperlichkeit… Seit 2011 bin ich wirklich out & proud und sehe unsere Community als eine riesige Volliere mit einer Mischung vieler bunter Vögel, von Spatzen bis Flamingos, von Kakadus bis Blaumeisen, von Wasserhühnern bis Paradiesvögel. Alle sind, wie sie sind und alle sind gleich schön. Darum tut mein Herz immer weh, wenn ich Diskriminierung und Intoleranz erlebe. Und deshalb engagiere ich mich für die queere Community – damit wir von der Gesellschaft akzeptiert werden, aber auch uns selber und gegenseitig akzeptieren. 

Bis im letzten Sommer habe ich in Belgien gelebt, wo schon eine ganze queere Generation aufgewachsen ist, für die heiraten und die Adoption von Kindern die natürlichsten Sachen der Welt sind. Doch trotz der guten rechtlichen Situation in Belgien könnte auch fünfzehn Jahre nach der Ehe für alle das Wohlbefinden von queeren Leuten und ihre soziale Akzeptanz noch viel besser sein. Die letzten Jahre habe ich mich viel damit befasst und Artikel für verschiedene Medien geschrieben.

Denn ich habe Journalismus studiert und arbeitete vor meinem Umzug beim flämischen LGBTIQ-Dachverband çavaria als Kommunikationsverantwortlicher und Chefredaktor unseres LGBTIQ-Magazins (www.zizomag.be).

Ab sofort widme ich mich mit vollem Elan meinen neuen Aufgaben bei Pink Cross. Einerseits kümmere ich mich um den Ausbau der LGBT+ Helpline, andererseits werde ich gemeinsam mit Partnerorganisationen wie GLL, COMOUT und ABQ an einem guten Schulklima für queere Schüler*innen mitarbeiten. Bei çavaria hatte ich eng mit meinen Kolleg*innen zusammengearbeitet, welche die flämische Helpline betreuen, als auch mit denen, die im Bereich Schule aktiv sind. Dieses Wissen wird mir bei meiner Arbeit für Pink Cross sehr nützlich sein. 

Als Ehrenamtlicher am lila.-Festival und während dem LGBTIQ-Sommerfest der Dachverbände habe ich – trotz Corona – schon einige Leute kennengelernt. Aber ich freue mich, die Community in der Schweiz noch besser kennenzulernen, sobald es wieder Veranstaltungen gibt. 

Wenn du mich triffst und zweifelst, wie du mein Name (Stijn) aussprechen sollst: «Stejn». Und weil ich selber neugierig bin, gebe ich noch einige Hintergrundinformationen über mich: Ich bin irgendwann in den 80er-Jahren geboren und meine Muttersprache ist Niederländisch. Im Juli bin ich in die Schweiz gezogen, um mit meinem Partner in Luzern zusammenzuwohnen. In meiner Freizeit verschlinge ich Bücher und Serien, schreibe Kolumnen für meine Webseite (www.stijnzijn.com) und bin Büsi-Vater. 

Ich finde es grossartig, dass ich mich in meiner neuen Heimat weiter einsetzen darf für das Wohlbefinden der Community. Auch wenn mit der Ehe für alle auch in der Schweiz vieles selbstverständlicher werden wird, so gibt es noch sehr viel zu tun, bis wir tatsächlich rechtlich gleichgestellt und gesellschaftlich akzeptiert sind.

Text: Stijn Depoorter