| Murder Music: Verstanden wird nur die harte Tour |
| Mittwoch, 5. November 2008 | |
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Die Schweizerische Schwulenorganisation PINK CROSS sieht die Hass- und Gewalttendenzen in vielen Musik-Szenen mit grosser Besorgnis. Dass Schwule und Lesben hinhalten müssen, damit sich Musiker und Publikum starkfühlen und aufgeilen können, fördert Hass und Ablehnung und Gewalt.
Auftritts-Verbote sind in unserern Augen nicht die optimale Politik. Grundsätzlich bevorzugt PINK CROSS Senisbilisierungsarbeit mit dem Publikum oder der Fan-Gemeinde. Wir staunen aber über die Unsensibilität, mit welcher Veranstalter oftmals heikle Musiker veranstalten und mit welcher Selbstverständlichkeit der Wunsch einer Fan-Gemeinde, einen Musiker zu hören, höher gewertet wird als das Recht auf ein unversehrtes Leben von Lesben und Schwulen.
Grundsätzlich fordert PINK CROSS.
Kaserne Basel sagt das Konzert des jamaikanischen Dance-hall-Musikers Capleton ab, nachdem ein Video vorliegt, das den Künstler mit neuen homophoben Aussagen zeigt. Gestützt auf dieses Video verlangt PINK CROSS nun auch die Absage des Konzerts in Lausanne.
Die Kaserne hatte den wegen homophoben Hass- und Gewaltsongs umstrittenen Musiker für den 6. November programmiert, weil er den Reggae-Compassionate-Act (RCA) unterzeichnet hat. Capleton zeichnet für insgesamt 22 Hasssongs gegen Schwule.
Dass die Kaserne das Konzert nun abgesagt hat, liegt an einem YouTube-Video, welches Stop Murder Music Bern und die Homosexuellen Arbeitsgruppen Basel HABS vorgelegt haben. Es zeigt Capleton im Dezember 2007, nach Unterzeichnung des RCA, bei einer homophoben Bühneneinlage in Jamaika, d.h. bei einem Vertragsbruch. An dem von den HABS am Montag (3. November) veranstalteten Podium hatten die Vertretungen der Kaserne sowie der Basler Behörden klar gesagt, dass das Konzert nicht stattfinden werde, falls sich die Videos nach eigener Prüfung als glaubwürdig erwiesen.
Für Samstag. 8. November ist Capleton auch im Rahmen des Métropop-Festivals in Lausanne angesagt. PINK CROSS fordert die Verantwortlichen in einem offenen Brief auf, diesen Auftritt gestützt auf die neuen Facts ebenfalls abzusagen.
Material (bereitgestellt von Stop Murder Music Bern)
http://www.youtube.com/watch?v=6fgiG2oz7ac http://www.stopmurdermusic.ch/reitschule/stopmurdermusic/Texte/CapletonbreaksRCA-Video.pdf |