|
In einem Pamphlet, aufgehängt an der Sexualerziehung im Kindergarten, beleidigt und verunglimpft der Präsident der SVP Luzern Land, Emil Grabherr, Schwule in einer geradezu perversen Art. Pink Cross, der nationale Dachverband der Schwulen Männer in der Schweiz, fordert die SVP Luzern auf, sich klar und unmissverständlich von dieser Hasstirade gegen Schwule zu distanzieren und sich bei den Schwulen zu entschuldigen.
Man muss die Sätze schon zweimal lesen, die so unglaublich pervers und aggressiv daher kommen, dass man es fast nicht glauben kann: „Bei der Gruppe der Schwulen gibt es drei verschiedene Arten. Dazu gehören nebst den in ordentlicher Partnerschaft lebenden auch die männlichen Huren und die unter keinem Titel akzeptierbaren Bubenschänder.“ Nochmals: Es gibt also drei Arten von Schwulen, die in einer „ordentlichen Partnerschaft“, die „männlichen Huren“ und die „Bubenschänder“. In einem Schreiben an den „Gay Florian Vock“ (gemeint ist Florian Vock von den Juso Schweiz) rechtfertigt Emil Grabherr seine Hasspredigt noch. Er schreibt davon wie bei der Zürcher Sittenpolizei „die Ejakulationsspuren von den Jeans meiner damals 5 und 8 Jahre alten Töchter abgekratzt wurden“. Pink Cross fragt: Was hat das mit Homosexualität zu tun? Seit wann vergehen sich Homosexuelle an jungen Mädchen?
Aus allen Äusserungen von Emil Grabherr nach Kritik an seinem Artikel im Luzerner SVP Kurier geht hervor, dass Emil Grabherr, auch heute noch keinen Millimeter von seinen menschenverachtenden und diskriminierenden Äusserungen abweicht. Die Juso des Kantons Luzern halten denn auch zu recht fest: Diese Argumentation ähnelt auf schockierende Weise sowohl inhaltlich wie auch sprachlich faschistischer und rechtsnationaler Rhetorik.“ Und Florian Vock meint nicht ohne eine Portion Zynismus: „Als Single bleibt mir dann wohl nur noch Prostitution oder Pädophilie“.
Pink Cross fragt die SVP Wählerinn und Wähler, ob sie in der Tat einem solchen unsäglichen Parteipräsidenten bei den kommenden Wahlen ihre Stimme geben wollen? Denn Grabherr wählen heisst letztlich auch, seine schwulenfeindlichen Äusserungen gutheissen. Einer hat auf jeden Fall seine Konsequenzen gezogen: „Dieser Beitrag von Herr Grabherr ist unter allem Niveau und schockiert! Ich bin Schwul und seit 5 Jahren SVP Mitglied. Ich werde aber nun definitiv aus der Partei austreten. Diese konservativen und mittelalterlichen Denkweisen sind mir zu wieder. „ schrieb Pascal in einem Kommentar in der Gratiszeitung „20 minuten“.
Pink Cross
Uwe Splittdorf
Geschäftsleiter
079 690 58 97
|