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Schwul, ja und? Oder doch nicht? Drucken E-Mail
Freitag, 14. Mai 2010

Medienmitteilung von PINK CROSS zum internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai

Zum internationalen Tag gegen Homophobie macht PINK CROSS, die Dachorganisation der Schwulen in der Schweiz, auf die nach wie vor verbreitete Diskriminierung von schwulen Männern und lesbischen Frauen in der Schweiz aufmerksam. PINK CROSS verweist dieses Jahr insbesondere auch auf die schwierige Situation von Schwulen und Lesben mit Migrationshintergrund.

 

Am 17. Mai 1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Homosexualität wird von der Liste psychischer Krankheiten gestrichen. Der 17. Mai wurde daraufhin zum Internationalen Tag gegen Homophobie ausgerufen. Trotzdem sind auch heute noch, 20 Jahre später, schwule Männer und lesbische Frauen vielfältigen Benachteiligungen, Diskriminierungen und Anfeindungen ausgesetzt, sei es am Arbeitsplatz, im privaten Umfeld oder in der Freizeit. Sicher, in den letzten 20 Jahren hat sich in vielen Ländern, auch in der Schweiz vieles verbessert, nicht zuletzt auch dank des Einsatzes von Organsationen wie PINK CROSS. Mit dem Partnerschaftsgesetz wurde ein wichtiger Meilenstein gesetzt. Daneben gibt es aber immer noch Bereiche, wo das Bekenntnis zur eigenen Homosexualität das Karriereende bedeutet, beispielsweise im Fussball. Dass es unter den 1000en von jungen Männern in der Schweiz, die in einem Verein Fussball spielen, keinen einzigen Homosexuellen geben soll, ist nicht nachvollziehbar. Aber welcher Sportler steht schon zu seiner Homosexualität, wenn er sich damit nur Probleme einhandelt? Homosexuelle Fanclubs gibt es in der Zwischenzeit im Umfeld verschiedener Fussballclubs. Nur die offen schwul lebenden Spitzenfussballer fehlen noch.

 

PINK CROSS verweist am internationalen Tag gegen Homophobie aber auch besonders auf die schwierige Situation von Schwulen und Lesben aus Familien mit Migrationshintergrund. Für viele Eltern aus dem Balkan, der Türkei oder dem Nahen Osten bedeutet ein Sohn oder eine Tochter, die zur eigenen Homosexualität stehen, immer noch eine Familienschande. Auf diese Problematik weist in der Region Bern eine Plakataktion in öffentlichen Verkehrsmitteln hin, welche die Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern (HAB)initiiert haben. Auf Albanisch, Arabisch, Englisch, Französisch, Serbisch, Tamil und Türkisch ist etwa folgender Satz zu lesen: „Mein Sohn ist schwul. Warum sollte ich ihn deshalb weniger lieben?“. Allerdings: BernMobil und der Ortsbus Köniz weigern sich, das Plakat ausser in Französisch, Englisch und Italienisch aufzuhängen. Begründung: Es könnte Ausländer provozieren. Für die HAB und PINK CROSS kaschiert diese Ausrede nur schlecht, was es wirklich ist: Einmal mehr eine Diskriminierung von Schwulen und Lesben.

 

Weitere Informationen

www.pinkcross.ch

www.ha-bern.ch/gaymigs

 
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