Medienmitteilung
von PINK CROSS zum internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai
Zum internationalen Tag gegen Homophobie macht PINK CROSS, die Dachorganisation der Schwulen in der Schweiz, auf die nach wie vor verbreitete Diskriminierung von schwulen Männern und lesbischen Frauen in der Schweiz aufmerksam. PINK CROSS verweist dieses Jahr insbesondere auch auf die schwierige Situation von Schwulen und Lesben mit Migrationshintergrund.
Am
17. Mai 1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation
(WHO): Homosexualität wird von der Liste psychischer Krankheiten gestrichen.
Der 17. Mai wurde daraufhin zum Internationalen Tag gegen Homophobie
ausgerufen. Trotzdem sind auch heute noch, 20 Jahre später, schwule Männer und
lesbische Frauen vielfältigen Benachteiligungen, Diskriminierungen und
Anfeindungen ausgesetzt, sei es am Arbeitsplatz, im privaten Umfeld oder in der
Freizeit. Sicher, in den letzten 20 Jahren hat sich in vielen Ländern, auch in
der Schweiz vieles verbessert, nicht zuletzt auch dank des Einsatzes von
Organsationen wie PINK CROSS. Mit dem Partnerschaftsgesetz wurde ein wichtiger
Meilenstein gesetzt. Daneben gibt es aber immer noch Bereiche, wo das
Bekenntnis zur eigenen Homosexualität das Karriereende bedeutet, beispielsweise
im Fussball. Dass es unter den 1000en von jungen Männern in der Schweiz, die in
einem Verein Fussball spielen, keinen einzigen Homosexuellen geben soll, ist
nicht nachvollziehbar. Aber welcher Sportler steht schon zu seiner
Homosexualität, wenn er sich damit nur Probleme einhandelt? Homosexuelle
Fanclubs gibt es in der Zwischenzeit im Umfeld verschiedener Fussballclubs. Nur
die offen schwul lebenden Spitzenfussballer fehlen noch.
PINK
CROSS verweist am internationalen Tag gegen Homophobie aber auch besonders auf
die schwierige Situation von Schwulen und Lesben aus Familien mit
Migrationshintergrund. Für viele Eltern aus dem Balkan, der Türkei oder dem
Nahen Osten bedeutet ein Sohn oder eine Tochter, die zur eigenen Homosexualität
stehen, immer noch eine Familienschande. Auf diese Problematik weist in der
Region Bern eine Plakataktion in öffentlichen Verkehrsmitteln hin, welche die
Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern (HAB)initiiert haben. Auf Albanisch, Arabisch, Englisch, Französisch,
Serbisch, Tamil und Türkisch ist etwa folgender Satz zu lesen: „Mein Sohn ist
schwul. Warum sollte ich ihn deshalb weniger lieben?“. Allerdings: BernMobil und der
Ortsbus Köniz weigern sich, das Plakat ausser in Französisch, Englisch und
Italienisch aufzuhängen. Begründung: Es könnte Ausländer provozieren. Für die HAB und PINK CROSS kaschiert diese Ausrede
nur schlecht, was es wirklich ist: Einmal mehr eine Diskriminierung von
Schwulen und Lesben.
Weitere Informationen
www.pinkcross.ch
www.ha-bern.ch/gaymigs
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