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Samstag, 16. Mai 2009

Schwule, lesbische und bisexuelle Jugendliche haben ein signifikant erhöhtes Suizidrisiko. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Schulen. Dies zeigt ein Bericht im Auftrag der Schweizer Dachorganisationen der Lesben, Schwulen und ihrer Eltern, der am Samstag (16. Mai) an einer Tagung in Zürich (www.sos-tagung.ch ) vorgestellt worden ist.

 

 "Sexuelle Orientierung und Suizidalität" heisst der Bericht, den die Fachgruppe Bildung der schweizerischen Schwulenorganisation PINK CROSS, der Lesbenorganisation Schweiz LOS und der Freundinnen, Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen fels erstellen liess. Christian Leu analysierte dafür Studien aus Nordamerika und Europa sowie die wenigen Daten aus der Schweiz.

 

Eine zentrale Rolle spielen dabei die Schulen. Sie treten sowohl als Hort der Diskriminierung und der Ausgrenzung in Erscheinung, aber auch als Ansatzpunkt für eine Verbesserung der Situation.

  • Ignoranz der Schulen gegenüber dem Thema, gegenüber Ausgrenzung und Diskriminierung durch die Gleichaltrigen und folglich auch gegenüber den psychischen Problemen, die daraus erwachsen können, spielen beim Suizidrisiko eine entscheidende Rolle.
  • Eine aktive Aufgeschlossenheit der Schulen im Bereich sexuelle Orientierung und Identität zählt gleichzeitig zu den stärksten Schutzfaktoren, welche die berücksichtigten Studien nachweisen.

 

Erster Schritt: hinschauen!

Für eine spezifische Suizidprävention homo-, bi- und transsexueller Menschen ist es wichtig, diese Gruppe als Risikogruppe für eine erhöhte Suizidalität zu erkennen und zweitens diese Erkenntnis in den privaten und öffentlichen Suizidpräventionsprogrammen zu verankern. Anstrengungen braucht es namentlich auf folgenden Ebenen.

Schule:

  • Frühe, regelmässige und wertneutrale Thematisierung von Homo-, Bi- und Transsexualität;
  • Verankerung in Lehrplänen, Lehrbüchern;
  • Vorbereitung der Lehrpersonen in Aus- und Weiterbildung;
  • Schulregeln und Diversity-Politiken, welche allen sexuellen Orientierungen und Identitäten gerecht werden.


Sozial- und Gesundheitsbereich:

  • Sensibilisierung von Fach- und Beratungsstellen
  • Sensibilisierung der Fachpersonen im Sozial- und Gesundheitswesen


Gesellschaft:

Sensibilisierungsprogramme, die der Stigmatisierung von Homo-, Bi- und Transsexualität entgegen wirken. Zielpublika können namentlich sein:

  • Medien
  • Politik und Behörden
  • Familien und ihre Organisationen


Kontakt:

Pierre Schommer, 079 776 27 86, 044 720 30 45. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Vorstand PINK CROSS, Leiter der gemeinsamen Fachgruppe Bildung von PINK CROSS, LOS und fels

Der Bericht kann auf www.sos-tagung.ch heruntergeladen werden.

 
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