Die Lesbenorganisation Schweiz LOS und die schweizerische Schwulenorganisation PINK CROSS verurteilen die ablehnende Haltung des Vatikans zur französischen UNO-Iniative aufs Schärfste. Frankreich fordert dass Todes- und Gefängnisstrafen für Lesben und Schwule in der ganzen Welt abgeschafft werden.
Frankreich, das zurzeit die EU präsidiert, will anlässlich des 60.
Jahrestages der UNO-Menschenrechtserklärung bei der Vollversammlung der
Vereinten Nationen noch diesen Monat eine Initiative einreichen, mit
der die weltweite Abschaffung der Strafbarkeit von Homosexualität
erreicht werden soll. Alle 27 EU-Länder haben den Antrag Frankreichs
unterzeichnet.
Die Initianten wollen damit Druck auf die 75 Staaten
ausüben, welche Homosexualität unter Strafe stellen. In Mauretanien,
Nigeria, dem Sudan, dem Iran, dem Jemen und Saudi-Arabien droht Lesben
und Schwulen gesetzlich noch immer die Todesstrafe, in acht weiteren
Ländern kann es zu lebenslangen Freiheitsstrafen kommen.
Der Vatikan verurteilt diese Initiative scharf. Als Begründung bringt
er an, dass dieser Vorstoss der Öffnung der Ehe für
gleichgeschlechtlichen Paare Vorschub leisten könnte. Ausserdem
befürchtet er, dass man damit neue Formen von Diskriminierung schaffe.
LOS und PINK CROSS sind empört und schockiert, dass der Vatikan, aus
Angst vor einer gesellschaftlichen Liberalisierung, die Verfolgung und
den Tod von tausenden von Menschen in Kauf nimmt.
LOS und PINK CROSS fordern den Vatikan auf, dieses menschenverachtende verhalten zu beenden.