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Frankreich
In Frankreich wurde 1999
der sogenannte PaCS (Pacte civil de
solidarité; ziviler Solidaritätspakt) eingeführt. Er erlaubt Paaren - homo-
oder heterosexuell, einen Vertrag einzugehen, der Auswirkungen im Steuer-,
Sozialversicherungs-, Miet- und Ausländerrecht hat.
Obwohl der PaCS nur wenige
rechtliche Auswirkungen hat, bewirkte er doch eine wichtige Entwicklung in
Bezug auf die Einstellung gegenüber LGBT-Fragen. So haben die Ausdrücke «sich
pacsen» oder «verpacst sein» in die Alltagssprache und in die französischen
Wörterbücher Einzug gehalten.
Der PaCS bewirkt keine
Änderungen bei verwandschaftliche oder elterliche Beziehungen, die verpacsten
gelten nach wie vor als ledig. Es gibt auch kein Recht auf Adoption durch das
Paar oder die medizinisch unterstützte Fortpflanzung.
Die Adoption ist an sich
auch für alle über 28jährigen Ledigen erlaubt. Trotzdem war Homosexualität vor
2005 ein Ablehnungsgrund im Adoptionsverfahren.
Seit Anfang 2005 ist die
Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung gesetzlich verboten. Rein
rechtlich gesehen wäre daher die Adoption durch homosexuelle Personen möglich.
Die Stiefkindadoption durch den angepacsten Partner/die angepacste Partnerin ist
nicht möglich.
Die medizinisch
unterstützte Fortpflanzung steht nur
heterosexuellen Paaren offen, die seit mindestens zwei Jahren
verheiratet sind.
Seit der Regierung Jospin
(1997-2002) sind homophobe Äusserungen duch die audiovisuellen Medien durch das
CSA (Comité supérieur de l'audiovisuel) sanktioniert, und seit Januar 2005
werden homophobe Äusserungen und Handlungen wie rassistische und sexistische
Vergehen bestraft.
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