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Ein Blick in die schwule Geschichte der Schweiz Drucken E-Mail
Beitragsinhalt
Ein Blick in die schwule Geschichte der Schweiz
1971 - 1997
1998 - 2002
2004 - 2009

 

1971: Im Gefolge der 68er-Bewegung entsteht eine neue Schwulenbewegung, welche die Befreiung der Schwulen als Teil der sexuellen Befreiung und der Gesellschaftsreform versteht. 1971 werden als erste die Homosexuellen Arbeitsgruppen Zürich (HAZ) gegründet, es folgen jene in Bern und Basel (Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern, HAB, Homosexuelle Arbeitsgruppen Basel, HABS). Offenes Auftreten, gezielte Provokation und Gesellschaftskritik sind die Merkmale der "HA-Gruppen". Daneben existiert die Schweizerische Organisation der Homosexuellen (SOH) als konservativere Organisation.

 

1. Oktober 1992: Das revidierte Strafgesetzbuch tritt in Kraft. Es bringt gleiches Schutzalter für homo- und heterosexuelle Handlungen (im Prinzip 16 Jahre). Gleichzeitig wird das Verbot von gleichgeschlechtlicher Sexualität im Militär und jenes der homosexuellen Prostitution abgeschafft.Damit sind letzte Spezialbestimmungen für Lesben und Schwule vom Tisch. Es verbleibt das faktische Heiratsverbot für gleichgeschlechtliche Paare

 

5. Juni 1993: PINK CROSS wird als neue umfassende Dachorganisation der Schweizer Schwulen gegründet. Die professionelle Geschäftsstelle nimmt im März 1994 ihren Betrieb auf.

 

9. Januar 1995: Die von PINK CROSS massgeblich unterstützte Petition "Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare" wird mit ca. 85'000 Unterschriften an die Eidgenössichen Räte übergeben.

 

1996: Mit Aktionen vor Blutspendezentren in diversen Städten und Lobbying in Zusammenarbeit mit der Aids-Hilfe Schweiz kann PINK CROSS verhindern, dass das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) in einer Verordnung festlegt, dass Schwule generell vom Blutspenden ausgeschlossen werden. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass nicht die sexuelle Orientierung, sondern das Risikoverhalten ausschlaggebend ist für eine Ansteckung mit HIV. In der Praxis des SRK bleibt der Ausschluss der Schwulen jedoch bestehen.

 

31. Mai 1997: Erste grosse nationale Lesben- und Schwulenkundgebung. Auf dem Berner Bundesplatz demonstrieren 6'000 Menschen dafür, dass die neue Bundesverfassung auch Lesben und Schwule vor Diskriminierung schützt. Zwar schafft es der Begriff "sexuelle Orientierung" nicht in den Diskriminierungsartikel, doch mit dem Begriff der "Lebensform" sind die Schwulen und Lesben neu durch die Verfassung vor Diskriminierung geschützt. Dazu beigetragen haben neben der Kundgebung auch eine breitangelegte Postkartenaktion an die ParlamentarierInnen (Januar/Februar 1998), ein ganzseitiges Inserat in sechs grossen Schweizer Tageszeitungen mit 921 Unterzeichnenden (März 1998) sowie die unermüdliche politische Überzeugungsarbeit durch PINK CROSS und die Lesbenorganisation Schweiz LOS.

 



 
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