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Diskriminierung in der Version Post Version imprimable Suggérer par mail
19-04-2012

Die Post ist noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen: Lesben und Schwule, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, müssen für eine Dienstleistung bezahlen, welche die Post bei verheirateten heterosexuellen Paaren gebührenfrei automatisch macht, sofern die Ehepartner den gleichen Namen tragen.

 

Dieser Tage erreichte Pink Cross folgende E-Mail: „Seit 2009 lebe ich mit meinem Freund in einer eingetragenen Partnerschaft. Unter unseren eigenen Namen. Ich habe in diesen Tagen einen Brief der Schweizerischen Post erhalten um die Vollmachten zu bereinigen.

Bisher war die Hinterlegung der Vollmacht für mich und meinen Partner gratis. Nun sollen wir, da wir nicht den gleichen Namen tragen die Vollmacht erneuern (Kosten Fr. 36.-/pro Jahr). Für Ehepaare die auch nicht den gleichen Namen tragen soll ab Juli das gleiche gelten?! Ehepaare die den gleichen Namen tragen brauchen keine Vollmacht.“ Soweit das Mail. Ja, die Post geht, wie eine andere Erfahrung zeigt, sogar noch einen Schritt weiter: Braucht der Sohn für das Postkonto seiner Mutter, damit er für die Demenz werdende alte Frau die Zahlungen machen kann, eine Vollmacht, so ist dies ebenfalls kostenlos: Beide tragen den gleichen Familiennamen, wohnen aber nicht im gleichen Haushalt.

 

Das kann doch nicht sein, sagten wir uns auf dem Sekretariat von Pink Cross und riefen die Post an. Sie lehnte eine Stellungnahme ab. Ganz offensichtlich ist es also effektiv so, dass immer dann, wenn zwei Familiennamen im Spiel sind die Post eine jährliche Gebühr verlangt. Wenn nur ein Familiennamen auf den Formularen steht, kostet es nichts. Von der Regelung sind zwar, soweit bekannt, auch heterosexuelle Paare betroffen, wenn beide Ehepartner sich entschieden haben, den ursprünglichen Familiennamen beizubehalten. Aber heterosexuelle Paare können wählen, ob sie den ursprünglichen Namen beibehalten wollen oder einen gemeinsamen Familiennamen annehmen. Bei lesbischen und schwulen Paaren ist dies nicht möglich, wenn sie ihre Partnerschaft registrieren lassen. Sie behalten immer ihren ursprünglichen Namen bei. Diskriminierung von Lesben und Schwulen hat viele und manchmal auch subtile Facetten.

 

Liebe Post, für diese Regelung gib‘s von LOS, Pink Cross und dem Dachverband Regenbogenfamilie die Rote Karte.

 

Lesbenorganisation Schweiz LOS

Eveline Mugier, Geschäftsführerin 078 901 64 54

 

Pink Cross

Uwe Splittdorf, Geschäftsleiter 079 690 58 97

 

Maria von Kaenal

Dachverband Regenbogenfamilien, Vorstand 079 611 06 71

 
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