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Die Post ist noch nicht im 21.
Jahrhundert angekommen: Lesben und Schwule, die in einer eingetragenen
Partnerschaft leben, müssen für eine Dienstleistung bezahlen, welche die Post
bei verheirateten heterosexuellen Paaren gebührenfrei automatisch macht, sofern
die Ehepartner den gleichen Namen tragen.
Dieser Tage erreichte Pink Cross
folgende E-Mail: „Seit 2009 lebe ich mit meinem Freund in einer eingetragenen
Partnerschaft. Unter unseren eigenen Namen. Ich habe in diesen Tagen einen
Brief der Schweizerischen Post erhalten um die Vollmachten zu bereinigen.
Bisher war die Hinterlegung der
Vollmacht für mich und meinen Partner gratis. Nun sollen wir, da wir nicht den
gleichen Namen tragen die Vollmacht erneuern (Kosten Fr. 36.-/pro Jahr). Für
Ehepaare die auch nicht den gleichen Namen tragen soll ab Juli das gleiche
gelten?! Ehepaare die den gleichen Namen tragen brauchen keine Vollmacht.“
Soweit das Mail. Ja, die Post geht, wie eine andere Erfahrung zeigt, sogar noch
einen Schritt weiter: Braucht der Sohn für das Postkonto seiner Mutter, damit
er für die Demenz werdende alte Frau die Zahlungen machen kann, eine Vollmacht,
so ist dies ebenfalls kostenlos: Beide tragen den gleichen Familiennamen,
wohnen aber nicht im gleichen Haushalt.
Das kann doch nicht sein, sagten wir
uns auf dem Sekretariat von Pink Cross und riefen die Post an. Sie lehnte eine
Stellungnahme ab. Ganz offensichtlich ist es also effektiv so, dass immer dann,
wenn zwei Familiennamen im Spiel sind die Post eine jährliche Gebühr verlangt.
Wenn nur ein Familiennamen auf den Formularen steht, kostet es nichts. Von der
Regelung sind zwar, soweit bekannt, auch heterosexuelle Paare betroffen, wenn
beide Ehepartner sich entschieden haben, den ursprünglichen Familiennamen
beizubehalten. Aber heterosexuelle Paare können wählen, ob sie den
ursprünglichen Namen beibehalten wollen oder einen gemeinsamen Familiennamen
annehmen. Bei lesbischen und schwulen Paaren ist dies nicht möglich, wenn sie
ihre Partnerschaft registrieren lassen. Sie behalten immer ihren ursprünglichen
Namen bei. Diskriminierung von Lesben und Schwulen hat viele und manchmal auch
subtile Facetten.
Liebe Post, für diese Regelung gib‘s
von LOS, Pink Cross und dem Dachverband Regenbogenfamilie die Rote Karte.
Lesbenorganisation Schweiz LOS
Eveline Mugier, Geschäftsführerin
078 901 64 54
Pink Cross
Uwe Splittdorf, Geschäftsleiter 079
690 58 97
Maria von Kaenal
Dachverband Regenbogenfamilien, Vorstand
079 611 06 71
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