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Die italienische Schweiz wird aus der BAG Kampagne ausgeschlossen Drucken E-Mail
Mittwoch, 21. März 2012

Die schweizerische Schwulenorganisation Pink Cross ist überrascht und besorgt über den Entscheid des Bundesamtes für Gesundheit, das Präventionsmaterial für Männer, die mit Männern Sex haben in Deutsch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch, aber nicht in Italienisch publiziert.

 

Die vom BAG unterstützte Check Points haben vor kurzem eine nationale Kampagne „Break the Chain“ lanciert, die HIV-Neuinfektionen zwischen Männern bekämpfen soll. Leider gibt es diese Kampagne nur auf Deutsch und Französisch, aber nicht in Italienisch.

 

Darüber hinaus ist das neue Präventionsmaterial vom BAG für Männer, die Sex mit Männern haben (Sex zwischen Männern: Für eine Verbesserung der sexuellen Gesundheit in 2012) in Deutsch, Französisch und auch Spanisch und Portugiesisch aber nicht auf Italienisch erschienen!

 

Die Entscheidung einer solchen Sprachenpolitik ist bedauerlich, aus mehreren Gründen. Erstens, weil das gegen die Grundsätze der Mehrsprachigkeit der Schweiz geht, dann schließt es eine Region unseres Landes von den nationalen Programmen zur Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten (STD) aus, als ob das BAG nicht über die Gefahr der Ausbreitung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten in der italienischen Schweiz, eine Fläche mit fast 350’000 Einwohner, besorgt wäre.

 

Pink Cross möchte daran erinnern, dass es auch in der italienischen Schweiz - nicht mehr und nicht weniger als im Rest des Landes - Männer gibt, die Sex mit Männern haben, sowie auch viele italienisch sprechende Männer, die in der deutschen Schweiz und in der Romandie leben. Darüber hinaus gibt es jeden Tag im Tessin und den italienischsprachigen Gebieten Graubündens zahlreiche sexuelle Begegnungen zwischen Männern unter riskanten Bedingungen. Die Nähe zu urbanen Zentren in Italien und besonders Mailand fördert später die Einreise von sexuell übertragbaren Krankheiten in die Schweiz.

 

Pink Cross verlangt vom BAG eine Erklärung über diese gefährliche Wahl der Sprachpolitik und sofortige Mittel, bevor ernste Folgen für die öffentliche Gesundheit auftreten können. Rein wirtschaftliche Überlegungen können in keiner Weise rechtfertigen, dass die italienische Schweiz von nationalen Präventionsprogrammen ausgeschlossen wird.

 

Sandor Marazza

Vorstandsmitglied Pink Cross

Tel. 078 614 72 66

 

 
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