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Die schweizerische Schwulenorganisation Pink Cross ist überrascht und
besorgt über den Entscheid des Bundesamtes für Gesundheit, das
Präventionsmaterial für Männer, die mit Männern Sex haben in Deutsch,
Französisch, Spanisch und Portugiesisch, aber nicht in Italienisch
publiziert.
Die vom BAG unterstützte Check Points haben vor kurzem eine nationale
Kampagne „Break the Chain“ lanciert, die HIV-Neuinfektionen zwischen
Männern bekämpfen soll. Leider gibt es diese Kampagne nur auf Deutsch
und Französisch, aber nicht in Italienisch.
Darüber hinaus ist das neue Präventionsmaterial vom BAG für Männer, die
Sex mit Männern haben (Sex zwischen Männern: Für eine Verbesserung der
sexuellen Gesundheit in 2012) in Deutsch, Französisch und auch Spanisch
und Portugiesisch aber nicht auf Italienisch erschienen!
Die Entscheidung einer solchen Sprachenpolitik ist bedauerlich, aus
mehreren Gründen. Erstens, weil das gegen die Grundsätze der
Mehrsprachigkeit der Schweiz geht, dann schließt es eine Region unseres
Landes von den nationalen Programmen zur Prävention von sexuell
übertragbaren Krankheiten (STD) aus, als ob das BAG nicht über die
Gefahr der Ausbreitung von HIV und anderen sexuell übertragbaren
Krankheiten in der italienischen Schweiz, eine Fläche mit fast 350’000
Einwohner, besorgt wäre.
Pink Cross möchte daran erinnern, dass es auch in der italienischen
Schweiz - nicht mehr und nicht weniger als im Rest des Landes - Männer
gibt, die Sex mit Männern haben, sowie auch viele italienisch sprechende
Männer, die in der deutschen Schweiz und in der Romandie leben. Darüber
hinaus gibt es jeden Tag im Tessin und den italienischsprachigen
Gebieten Graubündens zahlreiche sexuelle Begegnungen zwischen Männern
unter riskanten Bedingungen. Die Nähe zu urbanen Zentren in Italien und
besonders Mailand fördert später die Einreise von sexuell übertragbaren
Krankheiten in die Schweiz.
Pink Cross verlangt vom BAG eine Erklärung über diese gefährliche Wahl
der Sprachpolitik und sofortige Mittel, bevor ernste Folgen für die
öffentliche Gesundheit auftreten können. Rein wirtschaftliche
Überlegungen können in keiner Weise rechtfertigen, dass die italienische
Schweiz von nationalen Präventionsprogrammen ausgeschlossen wird.
Sandor Marazza
Vorstandsmitglied Pink Cross
Tel. 078 614 72 66
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