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Zürich, 30. November 2011 – Schwule Männer schützen sich nach wie vor recht gut vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Trotzdem nehmen HIV-Diagnosen und andere STI bei ihnen seit 2001 stetig zu. Die Gründe dafür zeigt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der heute vorgestellten Broschüre «Sex unter Männern» auf. Ein dringender Aktionsplan des BAG, umgesetzt von Checkpoint Zürich und Genf und mit Unterstützung der Aids-Hilfe Schweiz soll nun die Infektionsketten bei schwulen Männern unterbrechen.
Um die Gesundheit von schwulen Männern steht es eher schlecht. Insbesondere Neuinfektionen mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) nehmen in den letzten zehn Jahren kontinuierlich zu. Dies obwohl sich schwule Männer nach wie vor recht gut schützen und regelmässig testen lassen. In der neuen Broschüre «Sex unter Männern: Für eine bessere sexuelle Gesundheit 2012» zeigt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Gründe dafür auf. Ausserdem präsentiert die Broschüre einen Aktionsplan, der helfen soll, HIV bei schwulen und anderen Männern, die Sex mit Männern haben, zu reduzieren. Broschüre und Aktionsplan werden am 1. Dezember anlässlich des Welt-Aids-Tages der Öffentlichkeit vorgestellt.
Verkannte Risiken
Für die nach wie vor hohe Neuinfektionsrate unter schwulen Männern sind sowohl biologische wie auch epidemiologische Gründe verantwortlich, wie das BAG mitteilt. Ein wichtiger Grund bleibt ungeschützter Analverkehr, er ist die bezüglich HIV risikoreichste Sexualpraktik und nimmt gemäss Umfragen seit Jahren langsam und stetig zu. Das Hauptproblem bildet jedoch die hohe Infektiosität in den ersten Monaten einer HIV-Infektion. In den ersten Wochen und Monaten nach der Ansteckung, während der sogenannten Primoinfektionsphase, ist man 20 bis 100fach ansteckender als später. In jedem zweiten Fall wird das HI-Virus in dieser hochansteckenden Phase weitergegeben, wie Berechnungen des BAG ergeben haben. Bei parallelen sexuellen Beziehungen während der Primoinfektionsphase wird das Virus rasch weitergegeben – ein Risiko, das oft verkannt wird. Laut BAG ist deshalb dringender Handlungsbedarf gegeben. Wenn nichts geschieht, wird sich die Anzahl schwuler Männer, die eine antiretrovirale Therapie benötigen, in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich verdoppeln. «Eine solche Entwicklung ist in vielerlei Hinsicht unerwünscht», sagt Roger Staub, stellvertretender Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG, «wir hätten immer mehr Betroffene, eine unsichere Gay-Community und steigende Gesundheitskosten.»
Infektionsketten unterbrechen
Ein Aktionsplan auf mehreren Ebenen soll nun die Infektionsketten bei schwulen Männern unterbrechen. Dabei sind neue Ansätze in der Prävention vorgesehen. «Unser Hauptziel ist es, dafür zu sorgen, dass weniger Männer mit einer hochansteckenden Primoinfektion in der der Gay-Szene unterwegs sind», so Andreas Lehner von Checkpoint Zürich, dem Gesundheitszentrum für schwule Männer. Den Aktionsplan setzt Checkpoint Zürich zusammen mit dem Checkpoint Genf und mit Unterstützung der Aids-Hilfe Schweiz im Auftrag des BAG um. Geplant ist im Frühling 2012 unter anderem ein Aktionsmonat, während dem schwule Männer möglichst konsequent HIV-Risiken vermeiden. «Wenn wir erreichen, dass wir in der Gay Community weniger Personen mit einer Primoinfektion haben, steigt die Sicherheit für alle», sagt Andreas Lehner, «und es gibt weniger HIV-Neuinfektionen.»
Weitere Informationen:
· Roger Staub, Leiter Sektion Prävention und Promotion, Abteilung übertragbare Krankheiten, Bundesamt für Gesundheit, 031 323 87 29,
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· Andreas Lehner, stellvertretender Leiter Checkpoint Zürich, 044 455 59 10
Link zum Broschüren-Download:
http://www.bag.admin.ch/hiv_aids/05464/05484/05485/12500/index.html?lang=de
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